Mittwoch, 29. Februar 2012

U wie Umzug

Nie würde ich meine geliebte Kinderküche aufgeben! Dazu ist sie mir in den letzten Jahren einfach zu sehr ans Herz gewachsen. Sie ist immerhin mein BABY - gewachsen mit mir und durch mich. Ich habe mich riesig gefreut, als Anfang des neuen Jahres die Besucherzahlen die 10.000er Marke überschritten haben.

Deshalb geht es jetzt unter der neuen Adresse weiter! So ein Umzug ist doch auch immer wieder spannend und ich hoffe, dass auch hier viele fleißige Leser mit dabei sind. Mit dem neuen Profil habe ich mich mittlerweile angefreundet und konnte erkennen, dass die Kinderküche sogar Fans in Russland hat... wie auch immer das geschehen konnte...

Die Kinderküche ist tot - Es lebe die Kinderküche!!!

Montag, 27. Februar 2012

T wie Totalausfall

So langsam habe ich meinen "Point of no return" erreicht... Ich habe keine Lust mehr!

Da wurstel ich seit Wochen irgendwie an meinem Blog herum, um hier die Werbung endlich in Gang zu bringen und nix passiert! Zu meinem eigenen Leidwesen habe ich heute aus reiner Neugier auch noch das neue Blogger-Profil angeklickt und musste feststellen, dass es mich total verwirrt. Warum müssen diese ganzen Seiten eigentlich ständig ihr Profil wechseln? Erst mein Mail-Anbieter (wo ich seit dem überhaupt nicht mehr klar komme), dann Facebook, jetzt noch das Blogger-Profil... ach ja, Google hat auch umgestellt... das ist nix für ne alte Frau!!!!! Ich brauche Beständigkeit...

Das macht doch keinen Spaß! Wenn ich in wenigen Buchstaben mit meinem Kinderküchen-ABC fertig bin, werde ich der Schreiberei abschwören und mir statt dessen ein anderes Hobby suchen. Angeln ist bestimmt nett oder Stricken, ich könnte Wollsöckchen häkeln oder Kugelschreiber zusammenbauen... Ggggggggggrrrrrrrrrrrrrr...

Samstag, 25. Februar 2012

S wie "Stinkts hier?"



Neulich war ich mit meinem Lieblingsnachbarn spazieren. Ja, ich gebe zu, meine ursprünglichen Pläne, was das Laufen oder Joggen angeht, habe ich etwas verschoben, um nicht zu sagen, vorerst aufgehoben.
Aber ich gehe einmal wöchentlich mit meinem Lieblingsnachbarn SPAZIEREN... eine ganze Stunde lang! Hier trifft die Not auf die Tugend, denn wir haben beide das gleiche Problem damit, unseren Hintern vor die Tür zu bewegen und deshalb haben wir uns kurzerhand (na gut, ich habe ihn bestochen!!!) dazu entschlossen langsam zu Laufen. Mein Arzt würde sich freuen, hat er mir doch den Sport als Allheilmittel angepriesen.

Neulich also wurde aus unserem einstündigen Zwangsspaziergang ein zweistündiger Shopping-Ausflug in unsere wundervolle Kleinstadt, wobei wir davon etwa eine Stunde im Buchladen verbrachten... Darüber hinaus kamen wir an einem Blumenladen vorbei, wo mein zartes Mädchenherz frohlockte und die Stimme in meinem Kopf stetig wiederholte: "Nimm die Narzissen! Nimm die Narzissen! Jetzt nimm endlich die ver... Narzissen!" Meiner inneren Stimme gehorchend, kaufte ich gleich DREI und trug sie stolz nach Hause. Darauf mein Nachbar: "Weiß gar nicht, was ihr Frauen an Blumen findet. Außerdem stinken Narzissen!" "Du spinnst ja, Narzissen stinken nicht!" Doch - nein - doch - nein - ... er ist ein grummeliger alter Mann, da kann mann ihm seine Argumente nicht verübeln (gut, dass er das hier nicht liest...hihi).

Zurück zum Thema, denn über meinen Nachbarn wollte ich gar nicht schreiben. Doch die Tatsache, dass er meinte, Narzissen würden stinken, geht mir einfach nicht mehr aus dem Kopf, geschweige denn aus der Nase. Seit dem die Dinger aufgeblüht ihr fröhliches Frühlingsgelb in meinem Wohnzimmer verströhmen, habe ich ständig den Eindruck, wir hätten eine alte Windel unseres Jüngsten (der mittlerweile seit fast einem Jahr ohne diese Dinger auskommt) irgendwo vergessen.

Die Narzissen, die ich in den letzten Jahren gekauft habe, haben nie gestunken. Warum stinken diese jetzt???

Freitag, 17. Februar 2012

Q wie quiekendes Hausschwein

Seit wir diese Werbung mit dem Schwein gesehen haben, welches in ein gelbes T-Shirt gesteckt wurde, wollen wir auch son Tier! Ich habe gehört, dass es Schweine geben soll, die als Haustiere gehalten werden können - Microschweine!

Meine Tochter und ich waren sofort Feuer und Flamme. Wir brauchen ein Schwein! Unbedingt! Und wir nennen es Amadeus und bringen ihm Klavierspielen bei. Allerdings will der Mittlere ausziehen, wenn wir dem Schwein ein Musikinstrument kaufen, meinte er unter Tränen.

Aber eine Überlegung wäre es sicher wert. Für unseren Allergiker-Haushalt würde es sich lohnen, weil es keine Haare hat, die überall herumliegen und das wilde Niesen auslösen. Außerdem braucht man mit ihm nicht zwangsweise vor die Tür, wie mit einem Hund, weil es angeblich auf die Katzentoilette geht und es klettert nicht wild auf Bäumen rum, von wo man es nur mit Hilfe der Feuerwehr wieder runter kriegt... (*eine Träne aus dem Auge wisch bei dem Gedanken an unseren Moritz...*)

Und jetzt bearbeiten die Große und ich den Rest der Familie, damit wir bald auch wirklich so ein Schweinchen hier rumlaufen haben... die sind sooooo süüüüüß...

Bild: Microschweinchen...

P wie Pilz, mein Bruder

Es ist wirklich an der Zeit, unser neues Familienmitglied vorzustellen. Es ist kein Hund, auch keine Katze oder Kaninchen, nein, es ist ein Pilz!

Dabei handelt es sich allerdings nicht um einen herkömmlichen Speisepilz, nicht um Fußpilz oder den gefährlichen Sporen aus den gammligen Überresten unserer Topfpflanzen. Es handelt sich um einen ganz besonderen Pilz, einen, der am Weihnachtsabend im Päckchen des Jüngsten steckte.



Seit dem sind die Beiden unzertrennlich. Er hat ihn kürzlich sogar zum Bruder ernannt... der Pilz kratzt, beißt und haut nicht, der Pilz schreit nicht rum und wenn er mit ihm seine Gummibärchen teilt, dann bleiben dem Jüngsten noch genügend zum selber essen (Pilz mag nämlich keine Gummibärchen)...

Mittwoch, 15. Februar 2012

O wie Ohne Gnade abgezockt

Ich war gestern bei meinem ersten Eishockeyspiel in meiner Karriere als vor 11 Jahren zugezogenen Iserlohnerin. Und wer in Iserlohn wohnt, für den ist es quasi Pflicht mindestens bei einem Spiel dabei gewesen zu sein. Gut, nach 11 Jahren war es dann soweit, ich hab mir einen kalten Hintern in der Iserlohner Eissporthalle am Seilersee geholt und durfte bei einem wirklich wichtigen Entscheidungsspiel zuschauen. Mit mir taten das 3938 Fans und die Stimmung war echt angespannt. Es knisterte förmlich, denn die "Gockel" aus Iserlohn mussten gegen die Augsburger Panther ran... Und rein biologisch wissen wir alle, dass Hühner gegen Katzen keine Chance haben und genauso verlief auch das Spiel...

Während die Fans in den ersten Minuten noch lautstark brüllten und sangen, sich eine Scheibe nach einem Check in Luft auf löste und der ein oder andere Versuch eines Angriffs auf Seiten der Iserlohner in die Hose ging, machten die Augsburger eigentlich eine gute Figur... Das erste Drittel war, trotz der Verzögerung durch die kaputte Scheibe, recht schnell rum. Im zweiten Drittel ließ dann die Konzentration nach - bei mir, wie bei den Iserlohnern, die dafür sofort ein Tor kassierten.

Und dann tobte der Mob. Spruchbänder und Plakate mit bösen Sprüchen wurden in die Höhe gehalten und die Fangesänge verstummten. Eine Eishalle mit fast 4000 Mann drin war still... Man hörte nur die knapp 100 Augsburger Fans... Gespenstisch!!! Die zweite Pause hatten wir uns alle verdient, denn dem Drama dort auf dem Eis zuzuschauen, dass hielt doch keiner aus!

Zu Beginn des letzten Drittels hatte dann der Stadionsprecher seinen großen Auftritt: "Und hier kommt noch ein Hinweis von den Iserlohn Roosters: Bitte unterlassen sie das Hochhalten von Schildern und Spruchbändern. Danke."
Und dann war das Spiel gelaufen... also, äh... welches Spiel? Von dem hat nämlich im letzten Drittel kaum einer mehr was mitbekommen. Ein lautes Pfeifkonzert, Buhrufe und sonstige Beschimpfungen hagelten auf die Eisfläche und übertönten sogar den Jubelruf der Augsburger, die ihr zweites Tor schossen...

Und was nehme ich mit aus diesem Abend? So wie es aussieht eine fette Erkältung, denn es war ganz schön frostig in der Eishalle und das nicht nur stimmungstechnisch!!!

Montag, 13. Februar 2012

N wie "Naiv.Super." von Erlend Loe

Es ist schon ein paar Tage her, da waren in meiner Lieblingsbuchhandlung "Taschenbuchtage" und beim Durchstöbern der Bücherkisten ist mir ein Buch besonders ins Auge gefallen. Es war lila, es war ein Goldfisch drauf und als Titel stand dort "Naiv.Super." - mehr brauchte ich nicht, um mir dieses Buch zu kaufen.

Nur, um das mal gleich vorweg zu nehmen: Ich mache keine Buchbesprechung! Das sollen die machen, die das wirklich können! Mir geht es eigens um den Begriff der Naivität, der mich in den letzten Monaten unangenehm verfolgt.

Schlägt man nach, erhält man Begriffe, die wenig schmeichelhaft sind: kindlich, leichtgläubig, blauäugig, einfältig, harmlos, arglos, leicht verführbar oder unwissend. Die Naivität wird in der hiesigen Gesellschaft als ernsthafte Charakterschwäche gesehen - als Dummheit oder als Unwissenheit wahrgenommen.

Dabei bin ich der Meinung, dass zu jedem wahren Genie eine gewisse Naivität dazugehört. Ein Quäntchen Unvoreingenommenheit gewürzt mit einem Klecks Arglosigkeit macht aus einem Menschen noch keinen Einfaltspinsel! Kant bezeichnet die Naivität als eine "edle oder schöne Einfalt, welche das Siegel der Natur auf sich trägt" - unbefangen, treuherzig und unkritisch.

Und so fällt es mir persönlich gar nicht schwer diesen naiven Charakter aus Erlend Loes Buch zu mögen, bin ich doch selbst ein stückweit mit einer kindlichen Naivität ausgestattet. Mitten in einer ernsthaften Lebenskrise schmeißt der Ich-Erzähler alles hin und beginnt damit sich und dem Leben neu zu begegnen. Aus dem Studenten wird ein Spielkind - mit Ball und Hämmerbrett macht er sich auf die Suche nach dem Sinn des Lebens. Wenn das so einfach wäre, würde ich mir auch ein Hämmerbrett kaufen (meine Kinder haben nämlich keins, weil das so ein Krach macht!).

Erlend Loe "Naiv. Super." Roman erschienen 1996 im KiWi-Verlag, ISBN 978-3-462-04088-3

Freitag, 10. Februar 2012

M wie Muttis Bestes

Ist eins meiner Hasen krank, bekommt Mutter-Hase tausend Arme und schafft es mit zwei Stunden Nacht-Schlaf über den Tag zu kommen. Nichts ungewöhnliches für Millionen Mutter-Hasen auf der ganzen Welt und doch wollte ich es noch einmal explizit erwähnen - für alle, die der Meinung sind, Mütter würden sich den ganzen Tag ausruhen, Kaffee trinken oder sich die Fingernägel maniküren lassen...

Davon ab, ist eins meiner Hasen krank, hilft nur noch Muttis Bestes! Das Rezept habe ich von meiner Mutter, die widerum hat es von ihrer Mutter, welche es seinerzeit von ihrer Mutter übernommen hatte usw. Kurz und gut, es ist ein altes Familienrezept mit Super-Heil-Kräften.

Vielerorts nennt man es Pfannkuchen, manch einer sagt auch schon mal Eierkuchen und die vornehmen Leute betiteln es als Crêpe - meine Kinder sagen schlicht und einfach "Plins" dazu. Auch wenn ich meine Kinder in Hochdeutsch erziehe, machen sich in einigen Begriffen und Gewohnheiten meine Lausitzer Wurzeln noch immer gern bemerkbar. So würde ich einen "Plins" NIEMALS als Pfannekuchen bezeichnen und zu Quark gehört in meiner Familie eine gute Portion Lausitzer Leinöl.

Und hier kommt nun das Rezept mit den Superkräften:

  • 1 Tasse Mehl (und wenn ich Tasse schreibe, dann meine ich einen großen KAFFEEPOTT)
  • 1 Ei
  • 2 Tassen Milch
  • etwas Zucker, wahlweise Apfelstückchen oder Rosinen oder gar nichts
Gut, ich gebe es zu, das ist die abgespeckte Arme-Leute-Version! Der echte Spreewälder Buttermilch-Plinsen würde über meine Version die Nase rümpfen. Aber es geht schneller und ist einfacher zu merken.

Dienstag, 7. Februar 2012

L wie Lea Langner

...Als Lea in den Zug stieg, dachte sie nur kurz an das was sie zurück lassen würde. Sie hatte mit ihrem Vorhaben gewartet, bis Dirk auf einer seiner längeren Auslandsaufenthalte war. Zur Zeit befand er sich in den Arabischen Emiraten und traf sich mit den Handelsvertretern vor Ort, um die Verkaufszahlen der letzten zwölf Monate zu besprechen, endlose Meetings abzuhalten und abends in den kleinen Teestuben dem orientalischen Nachtleben zu frönen. Er hatte sich gestern kurz bei ihr auf dem Handy gemeldet, als sie schon am Packen war. Ihm ginge es gut, der Flug wäre nur zu lang gewesen und außerdem war die Klimaanlage an Bord zu kalt und er hätte sich, so glaubte er, eine Erkältung eingefangen. Aber hier unten, so Dirk, wäre alles wie immer: heiß und staubig. Sie solle sich die Zeit nicht lang werden lassen, meinte er beim Abschied, nicht ahnend, dass Lea gerade die letzten Kleidungsstücke in den Koffer warf. Bevor sie den Deckel schloss atmete Lea noch einmal tief durch. Ihr Gewissen würde sie nicht von dieser Reise abbringen. Diesmal nicht! Lea hatte zu lange hier herum gesessen und zugesehen, wie sich ihr Leben langsam in Luft auflöste. Sie würde sich die Zeit nicht lang werden lassen, ganz bestimmt nicht!

Das Zugabteil war vollgestopft mit Menschen. In den Gängen standen Koffer, Kinderwagen und die Luft roch nach Aufregung. Lea suchte Platz Nummer 37 und versuchte sich mit ihrem Rollkoffer durch den schmalen Gang zu drücken. Ständig blieb sie an einem Sitz hängen oder streifte das Bein eines Mitreisenden. Ich hätte auf der anderen Seite einsteigen sollen, dachte Lea und verfluchte kurz die ewig überfüllten Züge. Dabei fuhr Lea selten bis gar nicht mit dem Zug. Sie hatte einen schicken kleinen schwarzen Volkswagen mit besonders viel Platz im Kofferraum. Aber Lea hatte sich bewusst für die Bahn entschieden, damit ihr Weg nicht zurückverfolgt werden konnte. So konnte sie hier in den Zug einsteigen - die Karte hatte sie vorher bar bezahlt – und an ihrem Ziel alle Spuren hinter sich lassen. Lea hatte ihre Geldkarte genauso bewusst zu Hause gelassen, wie sie den Zug genommen hatte. Alles war geplant. Gestern Vormittag, als Dirk zum Flughafen fuhr, ging sie selbstsicher zur Bank und räumte das gemeinsame Konto leer. Sie nahm alles mit bis auf 76 Cent. Das Geld war ihr Startkapital und würde sicher eine ganze Weile reichen, bis sie irgendwo untergekommen ist. Lea steckte die Banknoten wie selbstverständlich in ihre große bunte Blumenhandtasche, verabschiedete sich freundlich und bemerkte erst am Ausgang, dass sie vor Aufregung nass geschwitzt war. Sie hatte damit gerade ihren Mann ausgeraubt und das schlechte Gewissen versuchte sich wieder in ihr breit zu machen. Auf der anderen Seite, war es ihre Abfindung, die ihr somit auch in voller Höhe zustand. Das beruhigte das Gewissen etwas und es legte sich wieder friedlich zur Ruhe.

Lea teilte ihren Sitzplatz mit einem nett aussehenden Herrn. Er stand auf und hob ihren Koffer in die Ablage, so dass sie genug Beinfreiheit zum Sitzen hatte. Lea schätzte ihn auf Mitte Vierzig, dunkle Haare mit einigen silbernen Strähnen an den Schläfen, eine vornehme Designer-Brille auf der Nase und einem markanten, aber nicht besonders hübschen Gesicht. Es sah müde aus. Sie nahm sich vor, ihn nicht zu stören. Im Zeitungsfach des Vordersitzes lag der Streckenplan und Lea nahm ihn vorsichtig heraus, um ihn zu studieren. Es war ihr unangenehm neben dem Mann zu sitzen, aber dieser machte keine Anstalten ein Gespräch mit ihr anzufangen, weshalb Lea auch den Streckenplan kurzerhand wieder weg legte und sich ihren Gedanken hingab...

Samstag, 4. Februar 2012

K wie Krawall beim Essen

Jeder, der mindestens ein Kind hat oder jemanden kennt, der mindestens ein Kind hat, kann sich vorstellen, was Krawall beim Essen bedeutet. Dem Einen sind die Erbsen zu grün, dem Anderen die Karotten zu rund, manchmal gibt es Geschrei, wenn statt Kartoffeln Nudeln auf dem Tisch stehen und Essen, was zusammengewürfelt als Suppe in einem Topf ist, wird aus ästhetischen Gründen nicht angerührt. Nun können Mütter, Väter oder Großeltern über die Allüren der Kleinen nur milde Lächeln, wissen sie doch, es ist nur ne Phase.

Ganz anders sieht das schon bei Erwachsenen aus. Man stelle sich einen Raum vor, nicht besonders geschmackvoll eingerichtet - handelt es sich hierbei nämlich um einen Speisesaal eines Krankenhauses - mit vier Tischgruppen und Platz für etwa dreißig Leute. Drei Mahlzeiten am Tag werden vom Pflegepersonal liebevoll zubereitet, stilvoll angerichtet und mit einem Lächeln übergeben. Doch schon beim Frühstücksbuffet wird erste Unmut des Tages am Essen ausgelassen: Zu wenig Kaffee, zu viel Müsli, zu wenig Wurst, die Brötchen zu hart und das Brot zu weich...
Zur Mittagszeit wartet eine hungrige Schlange von Patienten vor der noch verschlossenen Speisesaaltür und überhäuft das Personal mit wüsten Beschimpfungen, warum die Tür denn zwei Minuten zu spät geöffnet wird. Der angewiderte Blick eines Einzelnen in die Suppenschüssel überzeugt 2/3 der noch Wartenden, dass die Suppe mal wieder ungenießbar ist. Und auch der Blick auf den täglich gefüllten Teller, hat keinen Einfluss auf die Laune der Patienten: Der Teller ist zu heiß, das Gemüse zu labberig, das Fleischstück zu klein, die Kartoffeln zu rund und der Nachtisch (!) zu wenig süß... Der volle Teller wird angeekelt im "Schweineeimer" versenkt!

Dabei muss ich das Essen im Krankenhaus echt mal loben! Es gab dort Dinge, die ich zu Hause niemals machen würde. Und das gab es auch noch fertig zubereitet. Außerdem konnte man täglich zwischen drei Gerichten wählen. So etwas gibt es bei mir zu Hause nicht. Und trotzdem war die "Fastfood-verwöhnte" Meute nicht zufrieden... Was haben die erwartet? Ein *****-Sterne-Hotel? Bei jeder Mahlzeit ging mir die Hutschnur hoch und ich habe gemerkt, was für ein Aggressionspotential in mir steckt... aber ich bin ja erwachsen!

Freitag, 3. Februar 2012

J wie Jammerlappen

Gut, ich gebe es zu: Ich bin ein Jammerlappen. Ich habe Angst vor dem Zahnarzt und trage bei -12,5 °C lange Skiunterwäsche, zwei Paar Socken und vier Pullis. Diese Erkenntnis trifft mich auch nicht härter als die Tatsache, dass ich mit meinen 155,7 cm immer einen Hocker brauche, um etwas aus dem oberen Regal meines Küchenschrankes zu holen. Ich bin nun mal, wie ich bin. Wer sich zeitweise wie ein solcher Lappen fühlt, sich aber nicht ganz sicher ist, ob es sich hierbei vielleicht nur um eine Phase, eine Lebenskriese oder eine momentane Gefühlsschwankung handelt, kann einen Psychologie-Test machen. Dieser trägt den wundervollen Titel: Sind sie ein Jammerlappen? Also, wer unbedingt eine Bestätigung braucht, sollte sich fünf Minuten Zeit für die 10 Fragen nehmen.

Ich brauche keinen Test!

Schreibt mir eure Meinung