Samstag, 31. Dezember 2011

A wie adäquate Alternative zum Raclette

Ich hab wirklich kurz mit mir ringen müssen, ob ich am 1. Januar mit der 1 oder lieber mit dem A anfangen werde. Obwohl ja beides passend ist denn die 1 im Januar ist der Anfang eines neuen Jahres und somit wäre beides wohl irgendwie gerechtfertigt.

Aber ich habe über die Anarchie in meinem Kopf gesiegt und mich für das A entschieden, dass da so ganz am Anfang steht - groß, mächtig, kräftig auf zwei Beinen, so wie jeder am Anfang stehen sollte. Und weil das neue Jahr heute begonnen hat und gestern zu Ende ging und das wohl 90 % der Bevölkerung* mit einer ordentlichen Portion Raclette-Käse gefeiert haben, wollte ich am Anfang des Jahres mal eine adäquate ALTERNATIVE vorschlagen.

Warum wird der arme Raclettomat denn nur für den einen Tag im Jahr ausgepackt? Hat schon mal einer darüber nachgedacht, ob er (also der Raclettomat) sich nicht in irgend einer Art und Weise diskrimminiert vorkommen könnte? Jedes Jahr am 31.12 wird der eingestaubte Automat aus den Schränken gegraben, fein säuberlich hergerichtet und in einer Nacht total eingesaut, so dass er für den Rest des Jahres sein Dasein wieder in den Untiefen der Schränke verbringen muss. Er hat es verdient mehr als einmal im Jahr zu zeigen, was er so drauf hat. Sylvester lässt sich doch auch anders speisen. Eine adäquate Alternative wäre doch ein schön gegrilltes Steak vom Holzkohlegrill (wer friert, soll sich was anziehen!), eine selbst gemachte Pizza (von mir aus auch mit Raclette-Käse) oder ein Ofen-Schnitzeltopf. Manch einer mag vielleicht auch Karpfen , Fondue, Gulaschsuppe oder Pommes mit Currywurst, oder wie wäre es mal mit einem Brathuhn (macht sich ja schließlich allein in der Röhre). Mettbrötchen sind auch immer wieder köstlich. Es gibt so viele Möglichkeiten, sich Sylvester den Bauch voll zu schlagen.

Also strengt euer Hirn mal ein bissl an und überlegt euch ne Alternative zum Raclette für Sylvester 2012!!! Euer Raclettomat wird es euch danken.

* 90% der Bevölkerung = Freunde, Verwandte und Bekannte (um nicht für Verwirrung zu sorgen und noch nicht geschriebene Statistiken zu verfälschen)

Gute Vorsätze kann jeder... ich auch

Da habe ich doch kürzlich noch gefragt, ob irgendwer meine Ideen gesehen hätte und promt kam eine angeflogen... sowas, hätt ich nur mal eher gefragt!
Also, ich habe ja in den letzten Wochen regelmäßig hin und her überlegt was ich denn hier mit der Kinderküche weiter machen soll. Schreiben ja oder nein - den Blog komplett einschläfern und einfach mal einen neuen aufmachen oder ganz was anderes... vom vielen hin und her überlegen rauchte mein Kopf und nix ging mehr, Totalausfall sozusagen.

Aber ich habe mich entschlossen der Kinderküche noch mal ne Chance einzuräumen. Man kann nicht immer das Alte wegwerfen, um dann was Neues auch nur halbfertig zu machen. Ich bin ja lernfähig und deshalb darf die Kinderküche bleiben. Ich werde mich im kommenden Jahr aber mal dem ABC beschäftigen und natürlich mit dem Zahlenraum bis 26. Jede Woche kommt eine Geschichte mit dem entsprechenden Buchstaben des ABCs oder einer Zahl...

Aber da ich mich kenne (und ich habe mir auch für kommendes Jahr vorgenommen jede Woche joggen zu gehen... *zwinker*) wird es bei dem guten Vorsatz bleiben und das Kinderküchen-ABC hat wahrscheinlich nach dem D keine weiteren Buchstaben mehr anzubieten... Warten wirs ab!

Freitag, 30. Dezember 2011

Bilanz 2011

Und weil ich eine dieser Personen bin, die eigentlich nix zu sagen haben, starte ich mal freiweg einen Jahresrückblick, der keinen interessiert.

Zu aller erst: Vom Jahr 2011 bin ich sowas von enttäuscht, man glaubt es kaum. Ursprünglich habe ich das Jahr auserkoren, damit es MEINS wird. Und wo ich am Anfang noch sehr enthusiastisch war, das Jahr mit einem fröhlichen HALLO! begrüßt habe, da würde ich am Ende doch gern die Tür hinter 2011 schließen, den Schlüssel wegwerfen und vergessen was gewesen. Aber daran sieht man, dass so ein Jahr aus mehr als 360 Tagen besteht und keiner wie der andere ist. Wichtig am Ende des Jahres ist lediglich: ICH LEBE wieder und ich schreibe, also BIN ICH WIEDER...

Genug geschwafelt: Das Jahr 2011 in Stichpunkten

Mein Lieblingsessen 2011: Schweinshaxe mit Sauerkraut
Mein Lieblingsgetränk: Kirschwein
Mein bestes Konzert: Daniel Wirtz in Dortmund
Meine Lieblingsfarbe: schwarz
Mein Lieblingsbuch 2011: "Das Lied von Leben und Tod" von Marcelo Figueras (und weil ich mich so ungern entscheide mein Lieblingsbuch ever "Die Liebe in Zeiten der Cholera" von Gabriel García Márquez)
Mein Album 2011: "Road Salt One" von Pain of Salvation, obwohls schon von 2010 war
Mein Lieblingslied 2011: "Unintended" von Muse
Mein Lieblingscomputerspiel: Rappelz
Meine Lieblingsbeschäftigung 2011: Tja, das Malen hats Schreiben von der Poleposition verdrängt
Mein Lieblingswort 2011: psychosomatisch

Hab ich noch etwas vergessen? Und jetzt noch ein Abschlusssatz an das alte Jahr: Komm nicht wieder, und wenn doch, dann bring ne Flasche Kirschwein mit...

Montag, 19. Dezember 2011

Ein Hoch auf Hausaufgaben

So, das sind jetzt nicht meine Worte, sondern die meiner vorpubertären Erstklässlerin:

"Hausaufgaben sind dooooof!"

(Wenn sie wüßte, dass sie bald aufs Gymnasium muss, dort das Abi machen soll, um danach zur Uni zu gehen und ihren Doktor zu machen... Da soll sie sich mal nicht über die popligen Hausaufgaben in der Grundschule beklagen!!!)

Grrrrrrrrrrr...

Donnerstag, 15. Dezember 2011

Vom Nikolaus fertig gemacht

Weihnachten steht vor der Tür! Der Baum ist geschmückt, tonnenweise Plätzchen sind gebacken und alle Geschenke besorgt. Jetzt kann eigentlich nichts mehr passieren.
Glücklicherweise haben wir den Nikolaustag schon überstanden. Als ich an jenem denkwürdigen Tag zum Kindergarten kam, tönte mein Mittlerer voller Häme:

"Der Nikolaus war heute da. Einige der KLEINEN Kinder haben voll geheult!"

"Warum denn?" fragte ich vorsichtig.

"Na, die haben gedacht, der Nikolaus würde sie fertig machen!"

AHA. Macht der Nikolaus kleine Kinder fertig? Ich dachte immer, dass wäre eine Erziehungsmethode aus einem mittlerweile weit zurückliegendem Jahrtausend. Da habe ich doch in meiner Naivität angenommen, die Zeiten vom bösen Nikolaus, der kleinen harmlosen Kindern mit der Rute droht, wären längst Geschichte.

Ich kann sie mir richtig vorstellen - sie warten in geselliger Runde auf ihre Nikolaussocken und rutschen ungeduldig auf den kleinen Stühlchen herum, nicht wissend, ob der Nikolaus bemerkt hatte, dass sie kürzlich mit den Fingern heimlich im Schokokuchen herumgestochert haben. Die Unruhe wird größer, als ihnen einfällt, dass sie die Fasermaler der Schwester an der frisch gestrichenen Wand hinter dem Regal bemalt haben und Mamas Lieblingsparfum als Lufterfrischer benutzten... Ohoh... und da öffnet sich langsam die Tür zum Gruppenraum. Der Raum ist abgedunkelt (ist bei so einem Sch...wetter ja auch nicht schwer, wird ja sowieso nicht richtig hell!), ein paar Kerzen (natürlich LED) erhellen das Zimmer und die Kleinen sitzen in gespannter Erwartung im Stuhlkreis...

Ja, meine Güte! Bei unseren wohlbehüteten verweichlichten Bob-der-Baumeister-Guckern, kann diese Spannung schon mal in Tränen enden...

Mein Jüngster hat nicht "geheult", wie er mir stolz berichtete. Der guckt ja auch kein Bob-der-Baumeister mehr... Und weil ja bald Heiligabend ist und dann der Weihnachtsmann, das Christkind und die Eltern Geschenke bringen, ist die winzige Socke von dem Nikolaus sowieso schon lange vergessen!!!

Donnerstag, 28. Juli 2011

Auf der Suche nach den Ideen

Hat jemand meine Ideen gesehen? Sie sind mir abhanden gekommen! So, wie manch einer seinen Schlüsselbund verlegt oder ein Anderer vergisst, wo er denn den wichtigen Brief von Amt XY hingelegt hat, so suche ich seit Wochen verzweifelt meine Ideen. Meine Gedankenwelt ist ein einziges Chaos. Mein Kopf gleicht einem zu weich gekochtem Blumenkohl...

Sonntag, 1. Mai 2011

Phantasiegeschichten

"Duhu... Renate... ich muss dir mal was erzählen. Also, weißt du... ja, also der Tille hat gestern Schnaps getrunken..." STILLE.

Renate, eine sehr resolute dabei aber immer freundliche aussehende Kindererzieherin aus unserem Kindergarten mit feuerrotem Haar und einer enorm extravaganten Brille musste erst einmal schlucken, dann räusperte sie sich und sah unsere Älteste fragend an. "Bist du dir da sicher?" fragte sie das Mädchen. "Jaha", sagte unser Kind betont unschuldig und blickte Renate dabei fest in die Augen. "Ja, gestern, als er vom Kindergarten nach Hause gekommen ist. Und dahann... dahann, weißt du... das muss ich dir jetzt mal erzählen... dahann hat er ROSA Elefanten gesehen, die vor seiner Nase getanzt haben..." Renate atmete erleichtert auf. Gut, es war nur eine von Beccas sehr lebhaften Phantasiegeschichten. Zum Glück! Schnaps... Renate schüttelte den Kopf. Tststs, sowas...

2 Tage später im Kindergarten...

"Duhu... Renate! Weißt du wahas? Ich muss dir jetzt mal was erzählen. Gestern hat die Mama sich ausgesperrt! Und die Jungs waren drin und Tille hat geschlafen und Tom hat die Tür nicht aufgemacht und der Fernseher war so laut... und ich stand mit dem Hund draußen vor der Tür..." Renate schüttelte wieder den Kopf. Solche Geschichten konnte sich auch nur die Becca ausdenken. Aber sie wollte vorsichtshalber mal nachfragen... Man kann ja nie wissen!

Donnerstag, 28. April 2011

Ich packe meine Handtasche für die Notaufnahme und tue hinein...

Und jetzt war es endlich mal wieder soweit... Klar, warum auch nicht, der letzte Aufenthalt liegt ja schon fast ein Jahr zurück... Unser Mittelkind ist mal wieder im Krankenhaus!!!

Als Reaktion auf den von Papa angekündigten Sonderurlaub übermannte ihn Dienstag Nacht ein allergischer, nennen wir es mal Luftnotanfall... 'Schnell weg', dachte sich der Kurze wohl und überlegte, wo er sich am ehesten wohlfühlen würde. Na klar, im Krankenhaus! Da kennen wir uns aus, begrüßen die Kinderkrankenschwestern mit Handschlag und sind mit dem Oberarzt per DU... Über die Ursache können wir streiten, vielleicht waren es die Pollen, wer weiß das schon und hinterher ist man schließlich immer schlauer.

Und so saßen wir am Dienstag mitten in der Nacht in der Notaufnahme unserer örtlichen Kinderklinik und warteten darauf, dass irgendwer vorbei käme, um sich dem Problem anzunehmen, das ja aus fast schon bösartiger Atemnot bestand... und während ich mich noch darüber ärgerte, dass es in der Notaufnahme für übernächtigte Mütter mit kranken Kindern keinen Kaffeeautomaten gab, in den ich mein nicht vorhandenes Kleingeld hätte schmeißen können, wurde aus des Mittelkinds seiner anfänglichen Luftnot, ein ausgewachsener Anfall mit heftigen Juckattacken und minütlich wachsenden Entzündungsherden... Es röchelte, es hustete und es kratzte sich also, aber niemand nahm von uns Notiz...

Und genau in solchen Momenten bin ich dann wieder froh ein Mädchen zu sein, denn nur Mädchen haben gut sortierte Handtaschen, die für jede Situation die richtigen Mittelchen zur Verfügung haben.

Ein Portmonee ohne Kleingeld, dafür aber mit diversen Karten zum Punktesammeln, einen Kalender (falls es dann doch mal länger dauert und man vergessen hat, an welchem Tag man in die Notaufnahme kam), immer beliebt auch das Notizbuch für die Dialogsuche (obwohl man dabei mitten in der Nacht als Einzelperson im Wartezimmer nicht so viel Glück hat), diverse Stifte mit denen Mama Saurier zeichnen könnte, wenn sie es denn könnte und natürlich Gummibärchen für den kleinen Hunger zwischendurch!!!

Das WICHTIGSTE aus meiner Mädchen-Handtasche war allerdings mein MP3-Player, der mir quasi die Nacht rettete, als ich mein Zimmer mit Ausblick bekam. Ich will mich ja gar nicht beschweren, denn so ein Krankenhausaufenthalt hat auch seine Sonnenseiten: Vollpension ohne einmal die Finger zu rühren zu müssen, ein Bett, regelmäßige Putzaktionen von bezahltem Personal, dazu ein warmes kuschliges Zimmerchen und das alles UMSONST... Dennoch hatte ich direkt in der ersten Nacht eine Beschwerde für die Hoteldirektion, denn meine Zimmernachbarin schnarcht wie ein Riese mit Schnupfen!!! Und dann dachte ich voller Freude an meinen geliebten MP3-Player, den ich mit allerlei Zeug bestückt habe, welches ich in den heimischen Gefilden nur mit Kopfhörer hören darf, um den Rest der Familie damit nicht zu belästigen... so Zeug halt... und das Zeug hab ich dann ganz laut aufgedreht, damit ich nicht mehr dem Schnarchgeräusch zuhören musste und was ist passiert? Ich hörte ein Schnachkonzert im Takt zu "August Red Burns" und "Inflames" trotz Lautstärkeregulater auf MAXIMUM...

Aber, ich habe mich später gerächt (hehehehe - böses Lachen), denn als Nachts um drei die Stationsschwester mit einen Inhaliergerät ins Zimmer stürmte, konnte ich voller Genuss dem laut schnaufendem und ratterndem Ton des Gerätes lauschen, ohne mich zu ärgern!!! Das tat ja dann meine Zimmernachbarin, die plötzlich nicht mehr schnarchte...

Die Kunst ist, das Beste draus zu machen...

Dienstag, 5. April 2011

SOKO Bielefeld - Ein kleiner Brief mit großer Wirkung

Post aus Bielefeld bedeutete in den letzten Wochen nichts Gutes. Hatte sich doch der Begriff „Bielefeld“ als Brandmarke in meinem Kopf verankert. Dieses Wort, welches früher einmal das Synonym eines wunderbaren Sommeraufenthalts einer jungen, leicht naiven, schnell zu beeindruckenden Ossigöre war, wurde zum Inbegriff menschlichen Versagens beim Führen eines Kraftfahrzeuges auf einer tempolimitierten Stecke. Was ich damit sagen will: Auf der Autobahn A2, Höhe Bielefeld (!) patrouilliert eine Armee von Blitzkanonen die Strecke, um ahnungslose Autofahrer, die sich gerade von einem total bescheuerten Lied im Radio ablenken lassen, mit Rotlicht zu beschießen. So wurde ich bei einem unachtsamen Sonntagnachmittagsausflug zu einem betreten guckenden Punktesammler.


Grundsätzlich finde ich Punkte sammeln gut. Wenn sich daraus etwas Positives ableitet – etwa ein neues Set Kleingartengeräte für treue Tankkunden. Allerdings bedeuteten meine gesammelten Punkte, dass ich Etwas abgeben muss. In meinem derzeitigen Zustand der Verzweiflung wurde meine Sammelleidenschaft durch diese Schreckensnachricht jäh unterbrochen. Und so kann sich der geneigte Leser mein Entsetzen vorstellen, als neulich ein Brief aus Bielefeld ins Haus flatterte. POST aus BIELEFELD... Mein Herz klopfte bis zum Hals, ich öffnete den Brief nicht sofort, sondern besah ihn mir zuerst von allen Seiten. Himmel, dachte ich, jetzt hab ich ein Bielefeld-Abo, bin aktenkundig bekannt und muss demnächst vor dem Betreten der Stadt ein Platzkärtchen ziehen...


Adressiert an einen gewissen „Herrn Sandra Erdmann“ - ich bin mir nicht sicher, ob ich darüber lachen oder weinen soll - öffnete ich diesen bedrohlich wirkenden Brief mit zittrigen Fingern. Im selben Moment stand (wie sollt es auch anders sein) mein breit grinsender Göttergatte hinter mir und betrachtete den Briefkopf. Ich hatte das Papier aus seiner Hülle befreit und hielt das Objekt des Schreckens in der Hand...


„Soko?“ fragte er amüsiert. „Haben die ne Sonderkommission gegründet, weil du zu schnell gefahren bist? Du bist ja bald ne Berühmtheit!“


Berühmt bin ich schon, die haben ein Foto von mir gemacht... Naja, wenigstens haben sie mich nicht zur Fahndung freigegeben, denn die SOKO ist ein Institut für SOzialforschung KOmmunikation und braucht Freiwillige, wie den 50jährigen Herrn Sandra Erdmann, um an einer Umfrage zum Thema „Perspektive 50plus“ teilzunehmen...

Die spinnen, die Bielefelder!!!



Vom Kinderturnen und von peinlichen Eltern

„Früher war mir das peinlich,“ raunte mir meine Freundin über die rechte Schulter zu, als wir uns zu „Rummel-Bummel ging spazieren“ klatschend im Kreis drehten. Peinlich? Wieso peinlich? Wir sind beim Kinderturnen! Hier turnen nicht nur die Kinder! Und wenn hier nicht nur die Kinder turnen, dann singen hier auch nicht nur die Kinder, so einfach ist das. Mal ganz davon abgesehen, dass die anderthalbjährigen Pampersrocker die verschiedenen Textzeilen noch nicht mitsingen können, ganz zu schweigen von den vielen vielen Strophen, den dazugehörigen Bewegungen und Klatschrythmen. So ein Kinderturnkurs ist halt nichts für schwache Nerven... und schon gar nichts für Eltern mit einem hohen Schämpotential! Und wenn man es genau betrachtet, machen die Kleinen auch nur mit, wenn die Mutti ordentlich vormacht.


Und so standen wir nun in diesem Pulk aus 22 hervorragend ausgestatteten Vorzeigemuttis, meine Lieblingsfreundin an meiner rechten Seite, ihre zwei Kinder brav neben ihr stehend – wo waren meine Drei gleich wieder? Ah, da rennt der Eine, der andere hatte sich eine neue Mama ausgesucht und die Dritte saß schmollend neben mir, weil sie so langsam zu alt für diesen Kinderquatsch wurde. Alle da, keiner machte Unsinn... Puh – und sagen zum 4267 Mal das bekannte und allseits beliebte (und wahrscheinlich einzige Lied, das unsere Turnlehrerin in ihren Fortbildungen jemals gelernt hat) „Rummel-Bummel“!


Als ich das hörte, verdrehte ich innerlich die Augen (so ganz auffällig darf ich das nicht machen, ich bin ja erwachsen!!!). Meine Freundin und ich, wir warfen uns nur einen vielsagenden Blick zu und dann standen wir auf und machten gute Miene zum BÖSEN BÖSEN Lied... Wer war eigentlich „Rummel Bummel“? Und warum ging er spazieren, um ein neues Lied zu probieren? Hauptsache, es reimt sich... Nun denn, auf ein NEUES: Erst hoch, dann runter, einmal klopfen, sich suchend umschauen und dann mit Gebrumm wie eine Hummel mit weitausgebreiteten Armen durch die Turnhalle summen... Jetzt verstand ich auch, was meine Freundin anfangs damit meinte, dass ihr sowas früher peinlich gewesen wäre... Aber uns Muttis ist halt nichts mehr peinlich! Gestandene Frauen und Männer, meist mittleren Altes, stehen, hüpfen, fallen und singen mit mehr oder weniger Erfolg und bieten dem Außenstehenden ein wahrhaftiges Bild der Lächerlichkeit. Dabei kann man nirgends so ausgelassen Kind sein, wie beim Kinderturnen! Und ich bin auch peinlich, besonders beim Turnen, beim Singen, beim durch die Stadt laufen, auf dem Spielplatz, im Wald... (wo eigentlich nicht?) aber noch finden meine Kids ihre peinliche Mutter toll und solange das so ist, bleibe ich auch noch ein Stück weit peinlich...

Dienstag, 15. März 2011

Ein SUITEtie wird zwei Jahre alt...

Nun ist es soweit... die Jahre gehen ins Land und man selbst kommt kaum hinterher! Ich will ja gar nicht von Bühnenjubiläum schreiben, aber ein bisschen fühlt es sich so an.
Heute morgen, als die Sonne durch mein Schlafzimmerfenster fiel, die ersten Strahlen mich an der Nase kitzelten und ein kleiner Vogel sein fröhliches Morgenlied zwitscherte, dachte ich bei mir: "Sandra", dachte ich, "Sandra, heute ist der besondere Tag."

Wir gehen mal eben in der Geschichte zurück und betrachten die Zeit vor dem 15. März 2009

Da ich nachts nicht schlafen konnte, was ich noch nie konnte, jetzt aber, bedingt durch einen ständig brüllenden Säugling, einem Kind, was unter einer juckenden Hautkrankheit leidet und einem großen Kind, was abends aus Protest nicht einschlafen wollte, hab ich mich in den unendlichen Weiten des WWW verkrochen und bin quasi dort hängen geblieben. Zuerst hab ich gezockt... (naja, was so gestandene Mütter nahe der 30 so zocken können... Majong, Puzzels oder Minesweeper...) Als mir das zu langweilig wurde, hab ich angefangen nach Fortsetzungsromanen zu googeln... und dann plötzlich, tauchte dort diese Seite vor mir auf!
"Werden Sie noch heute Autor!" ... Ja, ja, hab ich gedacht... Werde ICH bestimmt... nicht... Aber! Einen Versuch ist es ja wert... Immerhin hatte ich Deutsch-Leistungskurs, Abitur und seit fast fünf Jahren Erfahrung im Kneten-Basteln-WindelnWechseln... wenn das keine Qualifikation ist!!!

Und dann hab ich es gewagt. (Ja, sie hat sich getraut...) Also, geschrieben und abgeschickt - und dann gehofft und gebangt und dann, plötzlich, ganz unerwartet... Ja, da kam die Bestätigung! Und die Freude war riesengroß...

Und jetzt zum Jubiläum: Es war ein wunderschöner Frühlingstag, ich erinnere mich genau... denn ich saß am Computer und schrieb meinen ersten Artikel über einen Urlaub an der Butjadinger Küste. Und genau am 15. März 2009 ging dieser-jener-welcher Artikel online...

Jaaaaaa... so war das! Und deshalb, Leute, hoch die Tassen... Heute wird gefeiert. Denn heute habe ich zweijähriges Suite101.de - Jubiläum...

Dienstag, 8. März 2011

Na, wie heißt es denn nun? - Krokusse, Kroken oder Kroketten

Was mag ich den Frühling... Schön, wenn die Sonne lacht, wenn die grauen Wolken einem azurblau leuchtendem Himmel weichen und das grau-grün der noch kargen Wiesen einen leuchtenden Touch bekommt... Die ersten Frühlingsblumen wagen es bereits, ihre kleinen Köpfchen durch ihre sandige Behausung zu stecken, um nach dem Rechten zu sehen. Die ersten Boten des Frühlings lugen mit ihren weißen Häubchen aus dem dunklen Braun der Erde, durchstoßen die kalte, noch halb gefrorene Erde und läuten den Frühling ein... Und dann diese wunderschönen Blütenteppiche in zart-violett und gelb... was mag ich eine Wiese voller Krok... hm... Wie heißt das denn nun... Wie ist die Mehrzahl von Krokus? Wie drückt man denn nun den Plural dieser hübschen Frühlingsblume korrekt aus?

Die Meinungen gehen auseinander... Verständlich ist es ja, kann man doch auch über geringere Belanglosigkeiten streiten, als über eine große Ansammlung von lila Frühjahrsblühern... Aber mal ehrlich... Krokus... Krokusse... das hört sich doch schon sehr vernünftig an!!! Laut meiner Lieblings-Wörter-Suchmaschine der Uni Leipzig, wachsen auf den Wiesen nur Knollengewächse, Frühlingsblumen und Zierpflanzen, die in der Mehrzahl KROKUSSE genannt werden.

So irre Abwandlungen, wie Kroken (wer kommt bloß auf sowas????) gibt es dort gar nicht... Und das hat die Uni Leipzig zusammengetragen, das glaub ich mal, es war ja nicht Bayreuth!!! Selbst im Duden hab ich Kroken nicht gefunden... und auch bei der Suche über die allseits beliebte Suchmaschine werde ich in die Karibik zu den Kraken geschickt...

Und über Kroküsse brauchen wir uns hier gar nicht weiter unterhalten... Die kriegt man zuweilen im Frühling... manchmal auch im Sommer, im Herbst weniger, dafür wieder vermehrt im Winter...

Freitag, 18. Februar 2011

Mit der Kraft meiner Gedanken...

Hoffentlich bringt er mir ein Brot mit. Wenn ich jetzt ganz fest daran denke, dann merkt er das und bringt mir ein Brot mit. Das hab ich nämlich vorhin beim Einkaufen vergessen. EIN Brot. Brot. Brot. Brot... Und Butter fehlt auch noch... Nein, Butter schafft meine Leitung nicht mehr, dafür fehlen IHM auch ein paar zusätzliche Anschlüsse. Aber das mit dem Brot könnte klappen!


Kurz darauf:


„Hallo Schatz, bin wieder da!“

„Hast du mir ein Brot mitgebracht?“

„Nö, sollte ich das? Ich hab Cola und Schokolade gekauft... Warum hast du mich nicht angerufen?“


Hab ich doch. Na ja, nicht so direkt, indirekt ja, immerhin hab ich an dich gedacht und an das Brot. Sowas klappt leider nicht immer, nur bei Zahnarztterminen... Schon wenn ich einen Termin vereinbare, merke ich so ein komisches Ziehen, ein Drücken und ein Stechen, was, je näher der eigentliche Termin rückt, immer stärker wird. Kann dieses Phänomen auch Kraft meiner Gedanken nicht abstellen, irgendwie regulieren oder auf ein Minimum reduzieren. Allein der Gedanke an den Zahnarzt, besser gesagt an die Zahnärztin (wir wollen ja keinen Ärger mit der GleichstellungsbeauftragtIN), verursacht mir Schmerzen, wo vorher keine waren und hinterher kein Grund für dieselben zu erkennen ist.


Warum hat das bloß mit dem Brot nicht geklappt...

So etwas klappt doch auch prompt, wenn ich an meine Mutter denke! Es dauert keine fünf Minuten, nachdem mein Gedanke durch die Luft, über die A1, die A2, den Berliner Ring und dann hinunter nach Cottbus geflogen ist, dass die Gute den Hörer in die Hand nimmt und der Meinung ist, ihr einziges Kind hätte ihr telepathisch vermitteln wollen, dass es krank ist und einen dringenden mütterlichen Kräuterrat benötigte.


Warum nur hat das bei dem Brot nicht funktioniert?

Vielleicht war mein Gedanke nicht konkret genug? Ich hätte vielleicht nicht nur an Brot, sondern an Vollkornbrot mit Sonnenblumenkernen denken sollen, an Kraftbrot aus Dinkel oder an Toastbrot... Jetzt muss ich doch noch selber los...

Mittwoch, 9. Februar 2011

Ab heute nur noch BIO

Mit abschätzendem Blick betrachtete die grauhaarige Frau hinter mir an der Supermarktkasse meinen schnell zusammengewürfelten Einkauf auf dem Tansportband.
Was sollte ich machen? Ich war im Stress! Es blieben mir noch 15 Minuten bis mein Parkticket ablief und ich eine horrende Summe nachzahlen musste, damit ich das Parkhaus wieder verlassen konnte. Gut, ich hatte mich verquatscht in der Stadt, musste zu lange beim Optiker warten und hab danach in meinem Lieblingsgeschäft gedankenverloren in der neusten Kollektion für den Frühling gestöbert...

Das Grau ihrer Augen wanderte verächtlich über meine Fertigpizza, die sich mittags im Ofen von ganz allein backen sollte, weil ich mit tausend anderen Dingen beschäftigt war. Weiter glitt ihr Blick zu den herrlich mit Farb- und Konservierungsstoffen vollgepumpten Wackelpudding, den mein Sohnemann stolz in seinen kleinen verklebten Patschhänden hielt. Ihr ergrautes Haupt machte den Anschein, als würde es sich schütteln, nachdem sie mir ein Taschentuch reichte, damit ich meinem Kind doch bitte mal die Nase sauber machen konnte... Sowas kann sich ja keiner ansehen... Mein komplett unökologischer Einkauf thronte auf dem Transportband und führte bei der liebenswürdigen Frau zu einem erneuten Ergrauen, wegen dem GRAUEN... Dabei konnte sie so alt noch gar nicht sein.

Schüchtern lächelte ich sie an, um wenigstens nicht den letzten Rest an Supermarkt-Sympathie-Punkten zu verlieren. Betont langsam entpackte sie derweil ihren Einkaufswagen: BIO-Tomaten (stand drauf... hab ich gelesen), BIO-Kiwis, BIO-Gurken, dazu tiefgekühlte BIO-Erbsen, ein BIO-Camembert und zwei Pakete BIO-Bananen. Was man daraus wohl macht???
Nachdem ich mir beim SB-Bäcker, der bestimmt keine ökologisch wertvollen BIO-Brötchen backt, für meinen quengelnden Sohn noch ein Sei-so-gut-und halt-bis-zu-Hause-durch-Brötchen gekauft habe, sah ich die "Graue Eminenz der BIO-Produkte" noch einmal wieder. Vorbildlich entpackte sie ihren Einkauf aus den 'bösen' Plastik-Verpackungen und setzte ihn liebevoll in ihren eigens dafür mitgebrachten Weidenkorb... Warscheinlich sprach sie während der Fahrt im Bus mit dem Gemüse, damit es sich nicht langweilte...

Dabei kann man aus Plastikverpackungen so tolle Sachen basteln...

Dienstag, 4. Januar 2011

Die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten eines Rasenmähers

Krrrrrrgh... Das leise Geräusch von auseinanderreißendem Stoff versetzte mich in Alarmbereitschaft. Eine signifikante Frage schoss mir durch den Kopf: An welcher Stelle könnte eine kaputte Hosen für den Träger der Selben grenzenlos peinlich werden? Klar! Kennen wir alle! Ist uns noch nie passiert...

Obwohl, da fällt mir ein, es ist doch schon mal Jemandem passiert. Dieser Jemand musste an einem lauen Juni-Nachmittag mit Hilfe einer viel zu kleinen Leiter in den ersten Stock eines Mehrfamilienhauses einbrechen, weil ein gewisser anderer Jemand beim Schließen der Tür den Schlüssel nicht mit nahm. Dieser wurde einfach am Schlüsselbrett hängen gelassen, nicht mehr beachtet und als die Tür ins Schloss fiel, war da plötzlich ein Lichblitz der Erkenntnis. Doch zu spät! Es war auch nicht irgend ein Tag, an dem dies passierte. Die Hochzeit meines besten Freundes: Wir aufgebrezelt, gestylt, die Kinder in die Sonntagsklamotten gesteckt und dann so etwas... Wenn etwas schief geht, dann gleich richtig. Zum Glück war die Balkontür auf Kipp! Ein Hoch auf Dreh-Kipp-Fenster... Ohne kleinkriminelles Vorwissen kann so ein Einbruch schon mal länger dauern und so konnten wir nach einer mühevollen Stunde, dem Spott der gesamten Nachbarschaft ausgesetzt, wieder in die Wohnung. Die Lacher auf unserer Seite, die gute Hosen am Arsch kaputt und die Stimmung auf dem Nullpunkt... Der perfekte Zeitpunkt, um auf einer Megahochzeit mit mehr als 200 Leuten eine Geschichte wie diese zu erzählen. Der wirklich angefressene Jemand mit der kaputten Hosen schmollte jedoch den Rest des Tages, keine Möglichkeit mehr auf die Party zu gelangen. Der andere Jemand sah seinen Fehler nach einigen Minuten des Trotzes ja ein... aber bitte schön, so etwas kann doch jedem mal passieren...


„Ich hab ne Idee!“ flötete unsere hilfsbereite Nachbarin mit einem Blick in ihren Garten, der direkt unter unserem Balkonfenster sein tristes Dasein fristete. „Du könntest den Rasen mähen, um dich abzulenken!“ Ich sah sie an, sie sah mich an. So wie es den Anschein erweckte, meinte die gute Frau das tatsächlich Ernst. „Du meinst jetzt?“ „Klar, du hast doch jetzt nichts mehr vor, oder?“ Etwas verdutzt schüttle ich den Kopf. Kurz darauf erschien sie mit dem Rasenmäher... Ich hatte vorher noch nie einen Rasenmäher bedient und eigentlich wollte ich damit heute nicht anfangen... „Hier, du musst nur an dem Hebel ziehen, den Knopf gedrückt halten und ja nicht über die Verlängerungsschnur fahren!“ erklärte sie mir gutgelaunt, zündete sich eine Zigarette an und überließ mir ihren verwilderten Garten. „Du könntest 'SORRY' in den Rasen mähen“, schlug ihre halbwüchsige Tochter vor, die sich das Schauspiel bisher nur aus der Ferne angesehen hatte. „Wie? Hier in den Rasen?“ fragte ich erstaunt. „Also die Freundin meines Kollegen, dessen Tante hatte eine Schwester, bei der hat es funktioniert... Vielleicht verzeiht er dir ja dann!“ Schweigen. Ich sagte nichts. Der Rasenmäher hörte auf zu schnurren und erst nach kurzer Pause jubelte unsere Nachbarin über diesen grandiosen Einfall. Derweil hatte die andere Nachbarin von oben drüber ihren Kopf über die Brüstung gehalten. „Seid ihr nicht weg?“ fragte sie dröge. Wüste Verwünschungen in meinem Kopf fanden ihr Ventil in dem laut röhrenden Rasenmäher. „Uns kam etwas dazwischen“, zischte ich zwischen den zusammengebissenen Zähnen hindurch, voll konzentriert, damit das 'S' aus SORRY besonders schön wird. Ich überließ die Erklärung meiner fürsorglichen Nachbarin, die mir derweil einen Kaffee gemacht hatte... Das 'O' ging noch ganz einfach, doch beim 'R' bekam ich leichte Schwierigkeiten... und beim 'Y' war das Rasenstück zu Ende, ich hatte es etwas zu gut gemeint! So stand in großen Lettern SORRY im Rasen unserer Nachbarn, was mir allerdings nicht viel half, geschmollt hat er trotzdem!

Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass meine Hosen dieses blöde Geräusch auch gerade von sich gab und ich so direkt im ersten Monat des Jahres meine Lieblingsjeans verlor... Es war zwar nur ein kleines Loch am Knie, welches sich im Laufe des Tages jedoch in ein ausgewachsenes Riesenloch verwandelte. Jetzt muss ich einkaufen gehen... ich hasse es einkaufen zu gehen...

Schreibt mir eure Meinung